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31.01.2012

Regionalverband vor 20 Jahren: Außerordentlich zukunftsweisend

Foto zur Pressemitteilung
Gerhard Glogowski

Northeim/Göttingen. Der damalige Innenminister Gerhard Glogowski sparte nicht mit Anerkennung. Die am 23. März 1992 in Göttingen erfolgte Gründung des Regionalverbandes Südniedersachsen sei „außerordentlich zukunftsweisend“ - so qualifizierte der Sozialdemokrat vor 20 Jahren die Unterzeichnung der Satzung durch Landräte und Oberkreisdirektoren, den Oberbürgermeister und den Oberstadtdirektor der Stadt Göttingen sowie Stadt- und Gemeindedirektoren und Bürgermeister kreisangehöriger Städte und Gemeinden aus den vier südniedersächsischen Landkreisen.

Glogowski machte damals deutlich, dass der neue Verband nicht die Kommunalpolitik ersetzen und auch keine neue Verwaltungsebene bilden sollte. Die Regionalisierung erfolge auf freiwilliger Basis und sei sinnvoll „für Dinge, die über Kreisgrenzen hinweg gehen.“ Als Beispiel solcher gemeinsamer Aufgaben nannte der Innenminister den Kauf der Regionalbus Braunschweig (RBB) GmbH. Eine solche Investition sei durch die Kreise allein nicht zu stemmen, dazu brauche man eine starke gemeinsame Kooperationsebene.

Kreisübergreifende Zusammenarbeit hielt der damalige Minister auch im Zusammenhang mit der Verkehrspolitik für wichtig. Niedersachsen – so die Diagnose vom Beginn der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts – sei das Land der nicht begonnenen Investitionen. Es fehle eine gemeinsame Prioritätensetzung. Zitat Glogowski aus dem Göttinger Tageblatt: „Wir haben keine Schwierigkeiten, Geld zur Verfügung zu stellen, wir haben nur die Schwierigkeit, dass es keine Leute gibt, die das Geld verbauen.“

Der damalige ehrenamtliche Landrat des Landkreises Northeim, Axel Endlein, gab gegenüber der Tagespresse zu Protokoll, dass das Land Niedersachsen bereit sei, für die Kommunen als RBB-Käufer aufzutreten und die Vorfinanzierung zu übernehmen.

Glogowski sprach bei einem Besuch Ende März 1992 in Northeim von sieben Regionen, deren Bildung sich in Niedersachsen abzeichne. Braunschweig werde neun Mitarbeiter erhalten, für den Regionalverband Südniedersachsen war die Einstellung eines Geschäftsführers sowie einer Halbtagskraft im Sekretariat geplant.

Neben den Landkreisen Göttingen, Northeim und Holzminden und der Stadt Göttingen gründeten folgende Städte und Gemeinden den Regionalverband Südniedersachsen: Adelebsen, Bovenden, Duderstadt, Gleichen und Hann.Münden aus dem Landkreis Göttingen, Bodenfelde, Dassel, Einbeck, Bad Gandersheim, Hardegsen, Kalefeld, Kreisensen, Nörten-Hardenberg, Northeim und Uslar aus dem Landkreis Northeim sowie die Stadt Holzminden aus dem gleichnamigen Landkreis an der Weser. Für den Landkreis Osterode am Harz bat Oberkreisdirektor Friedrich-Karl Böttcher um einen Sonderstatus als beratendes Mitglied mit reduzierter Mitgliedszahlung – dieser Bitte entsprach die Gründungsversammlung, die am 23. März 1992 von Endlein sowie dem damaligen Göttinger Verwaltungschefs Hermann Schierwater im Neuen Rathaus in Göttingen geleitet wurde.

In der Versammlung ging es unter anderem um die Zusammensetzung des Verbands-Vorstandes, der zunächst Koordinierungsausschuss hieß und in dem die verschiedenen politischen Kräfte vertreten sein sollten. Der Beschluss über die genaue Zusammensetzung dieses Gremiums wurde vertagt. Der damalige Northeimer Oberkreisdirektor Ralf-Reiner Wiese bat darum, neben Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderung, dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und dem Fremdenverkehr auch die Abfallwirtschaft in das Aufgabenspektrum aufzunehmen.

Insgesamt aber blieb es bei vergleichsweise weichen Formulierungen. So wurde als Zweck des Vereins die Verbesserung von Kooperation, Koordination und Kommunikation genannt – Begriffe, die auch im Jahr 2012 die Satzung des Regionalverbandes Südniedersachsen e. V. prägen.

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