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08.07.2013

Südniedersachsenplan: Regionalverband übernimmt die Projekt-Koordination

Vorstand formuliert Auftrag einstimmig – Öffentliche Debatte im Internet über Stärken-Schwächen-Analyse ab September

Foto zur Pressemitteilung
Titelseite der Studie von Dr. Gerd Cassing

Göttingen. Mit der Umsetzung des Südniedersachsen­plans will die Niedersächsische Landesregierung bis zum Jahr 2020 einen Betrag von mehr als einhundert Millionen Euro in die stark vom demographischen Wandel betroffene Region Göttingen investieren.

Nach einem einstimmig gefassten Beschluss des Vorstandes soll der Regionalverband Südniedersachsen die Koordination bei der Projektbeantragung übernehmen. Die Mittel stammen im Wesentlichen aus den drei größten EU-Strukturfonds, dem Sozialfonds (ESF), dem Regionalfonds (EFRE) sowie dem Landwirtschaftsfonds (ELER). Außerdem sollen eigene Mittel aus dem Haushalt des Landes Niedersachsen zur Verfügung gestellt werden.

Die Nutzung dieser Gelder soll dazu beitragen, dass die Wettbewerbsfähigkeit Südniedersachsens nachhaltig gestärkt wird. Mit seiner Beschlussfassung hat der Vorstand Geschäftsführer Rüdiger Reyhn damit beauftragt, in Abstimmung mit der Landesregierung vorbereitende Arbeiten für einen Beitrag der Region zum Südniedersachsenplan zu beginnen. Sie sollen sich insbesondere auf eine Stärken-Schwächen-Analyse stützen, die der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Gerd Cassing für den Regionalverband im April vorgelegt hatte. Nach der Definition der Landesregierung umfasst Südniedersachsen neben dem Kernraum – den Landkreisen Göttingen, Osterode am Harz und Northeim mit der Universitätsstadt Göttingen als Oberzentrum – auch die Landkreise Holzminden und Goslar.

Ebenfalls im April hatte Vorstandschef Bernhard Reuter im Verlauf einer Veranstaltung in der Weender Festhalle dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil ein Exemplar der Untersuchung Cassings überreicht. Der Vorstand beauftragte den Geschäftsführer jetzt damit, diese Untersuchung sowie die daraus zu ziehenden Schlüsse über einen Blog öffentlich zur Diskussion zu stellen. Reyhn kündigte an, dass der Blog im September 2013 freigeschaltet und drei Monate moderiert werden solle.

Nach Einschätzung der Landesregierung müssen alle Teilräume des Landes gleichwertige Chancen der eigenständigen und nachhaltigen Entwicklung enthalten. Dabei stehe gerade Südniedersachsen vor großen Herausforderungen. Die demographische Entwicklung treffe die Region früher und stärker als andere Regionen. Hinzu komme, dass die Beschäftigung seit Jahren abnehme und die Arbeitslosigkeit in einigen Teilräumen über dem Landes- und Bundesdurchschnitt liege.

In den letzten Jahren seien Auslastung und Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur unter Druck geraten. Diese negativen Entwicklungen beeinträchtigten die Attraktivität der Region als Wirtschaftsstandort.

Gemeinsam mit den in der Region vorhandenen Kräften und Initiativen gilt es nach Einschätzung der Landesregierung, die Entwicklung aufzuhalten und langfristig umzukehren. Dazu solle der Südniedersachsenplan mit einer regionalen Entwicklungsstrategie beitragen. Diese Strategie werde die Wachstumspotenziale aufgreifen, vernetzen und stärken.

Auch angesichts knapper werdender Mittel gehe es um klare Strategieansätze: In den Wachstumsregionen „Stärken zu stärken“ und zu einer ausgleichsorientierten Politik zu gelangen. Insoweit sei das Ziel der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse zu präzisieren und mit Leben zu erfüllen. Eine Förderung nach dem Gießkannenprinzip schaffe zwar eine gewisse „Verteilungsgerechtigkeit“, habe aber wenig mit der Stärkung regional-endogener Potenziale zu tun.

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