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04.07.2013

Schrumpfende Orte – Herausforderungen für Politik und Gesellschaft der Region

Regionalverband Südniedersachsen und Regierungsvertretung Braunschweig legen Infoschrift vor – Fotos und Grafiken dokumentieren Handlungsbedarf

Foto zur Pressemitteilung

Göttingen. „Schrumpfende Orte – Herausforderungen für Politik und Gesellschaft in Südniedersachsen“: So lautet der Titel einer Informationsschrift, die der Regionalverband Südniedersachsen mit Unterstützung der Regierungsvertretung Braunschweig erarbeitet und zunächst in digitaler Form vorgelegt hat. Auf 44 Seiten beschreiben die Autoren Günter Piegsa und Rüdiger Reyhn die Herausforderungen, vor der angesichts des demographischen Wandels insbesondere in der Peripherie zum Oberzentrum Göttingen liegende Orte gestellt sind.

Die Bevölkerungszahlen brechen weg – und Gebäude stehen leer oder werden nur teilweise genutzt. Parallel dazu ist das Niveau der Mieten für Wohnungen und Häuser gesunken. Und eine Erholung ist vielerorts nicht in Sicht. Wenn sich auch Mieter über diese Entwicklung freuen dürfen, so bleibt dieser Trend nicht ohne Auswirkungen auf die Gebäudesubstanz: Viele potenzielle Investoren fürchten, dass sich energetische Sanierungen ebenso wenig lohnen wie Investitionen, die auf Barrierearmut oder gar Barrierefreiheit abstellen. So unterbleiben denn Modernisierungen, die eigentlich erforderlich wären, um das Ortsbild zu verbessern und damit die Wohnqualität abzuheben – ein Teufelskreis, der viele kommunalpolitisch Verantwortliche zutiefst beunruhigt.

Parallel dazu gibt es immer mehr Fälle, in denen das Erbe ausgeschlagen wird und sogenannte „Schrottimmobilien“ der Öffentlichen Hand anheimfallen. Der aber fehlen die Mittel zum Abriss nicht mehr sanierungsfähiger Gebäude: Auch dieser Trend ist seit Jahren mit kritischen Auge erkennbar, ohne dass jedoch die Landes- und Bundespolitik konsequent darauf reagiert hätten.

Die von Regionalverband und Regierungsvertretung erarbeitete Ausarbeitung wertet drei Initiativen aus, die sie zum Thema Innenentwicklung gemeinsam umgesetzt haben. An einem Modellvorhaben zur Neuausrichtung der Siedlungsentwicklung hatten sich im Jahr 2008 sieben Modellkommunen aus den Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode am Harz beteiligt. Im Jahr 2010 war es eine aus fünf Nachmittagen bestehende Veranstaltungsreihe, die auf die Zusammenhänge zwischen dem demographischen Wandel und der Ortsentwicklung hinwies. Und im Jahr 2011 legten sie im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung die „Daseinsvorsorge-Strategie Südniedersachsen“ vor. Seit Juni 2013 befasst sich der Regionalverband mit Vorbereitungen für eine Antragstellung beim Land Niedersachsen. Thema „Daseinsvorsorge Südniedersachsen.“

Die Autoren beschränken sich indes nicht auf die Herausarbeitung von Handlungsfeldern. Sie skizzieren auch gute Handlungsansätze, mit denen öffentliche und private Akteure auf die Herausforderungen reagieren. Dazu gehören der Demografiebericht der Stadt Osterode am Harz, das Baulücken- und Leerstandskataster des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN), das Leerstandsmonitoring der Stadt Hann.Münden sowie das Leitbild „Hardegsen 2030“.

Wesentliches Merkmal der jetzt vorgelegten Informationsschrift, die von der Regierungsvertretung layoutet wurde und im August 2013 in geringer Auflage auch als Print erscheinen wird, sind Fotos und Grafiken, die die Situation vieler Orte außerhalb des Oberzentrums Göttingen und seiner näheren Umgebung anschaulich beschreiben.

>> Broschüre „Schrumpfende Orte“ zum Herunterladen (PDF-Datei, 5,4 MB)

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