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26.01.2015

Göttingen - das unangefochtene Arbeitsmarktzentrum der Region

Bei der Erreichbarkeit des Oberzentrums auf der Schiene kommt Northeim eine Schlüsselrolle zu – Cassing legt Expertise vor

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Dr. Gerhard Cassing

Göttingen. Mit 63.000 Arbeitsplätzen in Industrie und Handel, im Dienstleistungssektor und bei der Universität sowie den beiden anderen Hochschulen ist Göttingen unangefochten Arbeitsmarktzentrum und wirtschaftliches Kraftfeld Südniedersachsens.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten wohnt außerhalb der Stadt – in angrenzenden Gemeinden wie Rosdorf, Bovenden und Gleichen, aber auch in weiter entfernten Städten wie Bad Sachsa und Dassel. Die meisten dieser Einpendler können ihre Arbeitsplätze in weniger als 45 Minuten erreichen – wenn sie denn mit dem PKW unterwegs sind (und nicht längere Zeit im Stau stehen): Zu diesem Ergebnis kommt der wissenschaftliche Berater des Regionalverbandes Südniedersachsen, Dr. Gerhard Cassing, in seiner Expertise zur „Mobilitätsstruktur der Region Göttingen“.

Cassing geht davon aus, dass die meisten Beschäftigten eine Dreiviertelstunde Anfahrtsweg pro Richtung noch als akzeptabel empfinden – dies gilt im Übrigen auch in bundesweiten Untersuchungen als Richtwert. In seiner Untersuchung hat Cassing drei „Ringe“ um das Oberzentrum gezogen. Der innere Bereich umfasst Entfernungen von bis zu 15 Kilometern vom Göttinger Bahnhof entfernt gerechnet und umfasst damit auch Dransfeld, Radolfshausen und Adelebsen. Der zweite Ring mit Entfernungen von 25 Kilometern reicht über den Landkreis Göttingen hinaus und schließt beispielsweise auch Northeim, Hattorf, das Heilbad Heiligenstadt und Neu-Eichenberg ein. Selbst aus dem „dritten Ring“, zu dem Cassing neben Einbeck auch Osterode, Herzberg und Kassel rechnet, kommen jeweils mehrere hundert Pendler.

Wenn auch der PKW das mit Abstand bedeutendste Verkehrsmittel ist, so spielen auch Busse und Bahnen für die Erreichbarkeit eines Oberzentrums eine wichtige Rolle. Geprägt wird die Attraktivität des ÖPNV in besonderer Weise durch die Reisezeiten. Hier fällt die Bedeutung des Bahnverkehrs auf. Wer beispielsweise aus Northeim, Kreiensen und Salzderhelden oder aus Witzenhausen und Neu-Eichenberg nach Göttingen einpendelt, schafft dies von den dortigen Haltepunkten aus zum Göttinger Bahnhof in weniger als 30 Minuten.

Bei der Erreichbarkeit Göttingens über die Schiene vom Landkreis Osterode aus spielt Northeim eine Schlüsselrolle: Hier steigen all diejenigen um, die beispielsweise von Herzberg aus mit der Bahn Göttingen erreichen wollen. Für Cassing ergibt sich aus dieser herausragenden Funktion Northeims auch eine zentrale kommunalpolitische Folgerung: „Der Bahnverkehr kann auch in einem fusionierten ´Großkreis` Göttingen nicht kreisbezogen geplant werden. Hier sind nur regionale Ansätze sinnvoll - unter Einschluss Northeims.“

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