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19.05.2015

Verkaufsflächen im Einzelhandel: Regionalverband für flexiblere Praxis bei der Genehmigung

Foto zur Pressemitteilung
Uwe Ahrens, Rüdiger Reyhn

Für mehr Flexibilität bei der Genehmigung von Supermärkten und deren Erweiterung haben sich der Leiter des Interkommunalen Arbeitskreises Einzelhandel des Regionalverbandes, Bürgermeister Uwe Ahrens (Gemeinde Katlenburg-Lindau), und Verbandsgeschäftsführer Rüdiger Reyhn ausgesprochen.

In einem Schreiben an den Niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer weisen Ahrens und Reyhn darauf hin, dass vielen Einzelhandelsunternehmen eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern nicht mehr reiche – die Sortimente und die Präsentation der Waren erforderten eine größere Fläche, die Gänge zwischen den Regalen müssten ausreichend breit sein. Betriebe, die bei den Kreis-und Stadtverwaltungen eine Erweiterung ihrer Verkaufsflächen über 800 Quadratmeter hinaus beantragten, bissen bislang auf Granit. Die Genehmigungsbehörden verweigerten in der Regel ein OK, wenn die Märkte außerhalb von Ortskernen liegen. Dazu zwinge sie das sogenannte Integrationsgebot des Landesraumordnungsprogramms.

Ahrens und Reyhn baten Meyer, diesen Schwellenwert mindestens auf 1.200 Quadratmeter anzuheben. Zwar sei es grundsätzlich richtig, in den Orts- und Dorfkernen Kaufkraft zu bündeln, doch gebe es in diesen „Mitten“ häufig nicht genug Platz für einen zeitgemäßen Einzelhandel – das gelte sowohl für Vollsortimenter als auch für Discounter. Wenn es bei der Obergrenze von 800 Quadratmetern bleibe, gerate letztlich die Versorgung der Menschen in ländlichen Gemeinden mit Artikeln des täglichen Bedarfs in Gefahr. Es sei zu befürchten, dass viele Unternehmen, die erweitern wollten und dies aber nicht dürften, ihre Betriebe mangels Wirtschaftlichkeit ganz dicht machten.

Ahrens und Reyhn betonten in dem Schreiben an den Minister, die 800-Quadratmeter-Grenze entspreche der Lebenswirklichkeit in ländlichen Gebieten nicht mehr. Das gelte auch für die Vorgabe der „fußläufigen Erreichbarkeit“ Diese Bedingung müsse bei Neuansiedlungen unter bestimmten Umständen zusätzlich erfüllt werden. Tatsächlich aber würden die meisten Einkäufe mit dem Auto getätigt. Ahrens: „Auch wenn der Supermarkt nur zweihundert Meter von der eigenen Wohnung entfernt liegt, tragen gerade ältere Menschen ihre Wasser- und Bierkisten doch nicht selbst nach Hause, sondern transportieren sie im PKW – sei es im eigenen oder in dem Fahrzeug von Freunden und Verwandten.“

Wenn angesichts dieser restriktiven Rahmenbedingungen Versorgungsstandorte ganz wegbrächen, drohten in strukturschwachen und vom demographischen Wandel geprägten Räumen letztlich weitere Bevölkerungsverluste.

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