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11.07.2008

Neue Qualität der Kooperation im Bildungswesen

Mit Unterstützung der Landesregierung startet die „Bildungsregion Göttingen“ am 1. August – Staatssekretär gibt grünes Licht

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Göttingen. Zum 1. August 2008 startet in Südniedersachsen eine neue Form kommunaler Zusammenarbeit im Bildungswesen: Die Verantwortlichen der drei beteiligten Landkreise und der Stadt Göttingen sicherten ihre inhaltliche und finanzielle Beteiligung an dem 300.000 Euro umfassenden und auf drei Jahre angelegten Projekt zu – Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke aus dem Niedersächsischen Ministerium für Landesentwicklung gab grünes Licht für eine Unterstützung des Landes über 30 Prozent der Projektkosten.

„Wir teilen Ihre Einschätzung, dass man mit der Bildung früh anfangen muss – schon im Kindergarten. Dafür müssen auch die sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Dass Fragen wie diese für die gesamte Region künftig professionell koordiniert werden sollen, ist ein echter Fortschritt.“ Mit diesen Worten übergab Ripke dem Vorstandsvorsitzenden des Regionalverbandes Südniedersachsen, Landrat Bernhard Reuter (Osterode am Harz), die Genehmigung für den Projektbeginn am 1. August. Gemeinsam mit der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen (BIGS), dem Verein „Impuls – Schule und Wirtschaft“ und der Bürgerstiftung Göttingen wird der Regionalverband Projektträger. Reuter wies darauf hin, dass die Kommunen über den Regionalverband mit der Landesregierung 2006 eine Entwicklungspartnerschaft geschlossen hätten – Bildung sei im Rahmen der verabschiedeten Regionalen Entwicklungs-Strategie (RES) „Wissensregion Göttingen“ das zentrale Thema.

Als Hausherr im Kreishaus Göttingen hatte Landrat Reinhard Schermann zunächst betont, die Initiative zur Einrichtung der „Bildungsregion Göttingen“ sei 2006 Kreisgrenzen und Partei übergreifend von den Landtagsabgeordneten Dr. Gabriele Andretta, Dr. Harald Noack und Stefan Wenzel ausgegangen. Die vom Regionalverband bearbeitete RES sei weder Programm-Lyrik noch Leitziel-Scholastik, sondern Ausgangspunkt einer Vielzahl konkreter Projekte – eben auch der „Bildungsregion Göttingen“.

Mit einer besseren Vernetzung bestehender Bildungseinrichtungen kann nach Einschätzung von Dr. Harald Noack durch die Bildungsregion ökonomischer und gesellschaftlicher Mehrwert geschaffen werde. Er sei dankbar dafür, dass es gelungen sei, die Hauptverwaltungsbeamten für diese Idee zu begeistern. Dr. Gabriele Andretta machte auf die Gleichzeitigkeit von Bildungsreichtum und Bildungsarmut in der Region Göttingen aufmerksam. Es gehe jetzt darum, die Zahl der Schulabbrecher zu reduzieren und Beiträge zur Behebung des Fachkräftemangels zu leisten. Stefan Wenzel erinnerte an die Zielsetzung, kein Schüler dürfe die Schule ohne Abschluss verlassen. Es gehe darum, die Qualität von Bildung zu definieren und überprüfbar zu machen.

Gesamtschuldirektor Wolfgang Vogelsaenger betonte, das Konzept „Bildungsregion Göttingen“ stelle nicht die Institutionen, sondern das Kind konsequent in den Mittelpunkt. Mehrere Arbeitsgruppen hätten sich bereits mit Fragen der Qualität von Bildung befasst – Ziel sei es jetzt, Qualitätsstandards für alle Beteiligten verbindlich zu machen. Bildungsdezernent Ludwig Hecke von der Stadt Göttingen bezeichnete es als „spannende Frage“, ob es gelinge, diese freiwilligen Vereinbarungen durchzusetzen.

Aus der großen Zahl der im „Konzeptentwurf Regionales Bildungsmanagement“ (siehe auch <a href="http://www.bildungsregion-goettingen.de/">www.bildungsregion-goettingen.de</a>) vorgestellten Einzelprojekte griff Staatssekretär Ripke das Bildungsscheckheft hervor. Dies könne zu einem Markenzeichen der Göttinger Bildungsinstitutionen werden. Damit werde ein Perspektivwechsel möglich – den Kindern werde deutlich, dass sie einen Anspruch auf Bildung hätten.

Nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden des Regionalverbandes, Bernhard Reuter, lassen sich die wesentlichen gesellschaftlichen Probleme wie soziale Verwahrlosung, Arbeitslosigkeit und Demographie nur durch Verbesserungen im Bildungswesen erzielen. Reuter: „Wir spüren immer deutlicher, dass die Verbesserung von Bildung die einzig Erfolg versprechende Strategie ist.“

Reuter überreichte dem Staatssekretär den Abschlussbericht für das Projekt „Modellregion Südniedersachsen“. Aus diesem Projekt war das Konzept für die „Bildungsregion Göttingen“ abgeleitet worden. Für die Kreisgrenzen übergreifende Zusammenarbeit in Südniedersachsen und die Kooperation mit der Landesregierung war die „Modellregion Südniedersachsen“ nach Einschätzung Reuters ein wichtiger Schritt. Das gelte umso mehr, als es gelungen sei, sich auf viel Leitziele für die Regionalentwicklung zu verständigen. Offen und konstruktiv sei über das Verhältnis zwischen Oberzentrum und Fläche diskutiert worden. Darüber hinaus seien auch Einzelprojekte umgesetzt worden – der große Wurf, so räumte Reuter ein, sei jedoch nicht darunter gewesen. Man habe auch nicht Priorität auf Töpfe des Landes zugreifen können.

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