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05.08.2008

IC-Halte Northeim und Kreiensen zu wenig genutzt

Management begründet in einem Schreiben an den Regionalverband die Verlegung der InterCity auf die Schnellfahrstrecke betriebswirtschaftlich

Göttingen. Bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wird der von Stralsund über Hamburg nach Frankfurt und Karlsruhe verkehrende InterCity mit Ausnahme zweier Verbindungen zwischen Hannover und die Göttingen die Schnellfahrstrecke nutzen. Die Züge werden damit nicht mehr durch das Leinetal geführt – die Bedienung der IC-Halte Kreiensen und Northeim entfällt damit. In einem Schreiben an den Regionalverband Südniedersachsen begründet der Leiter Netzmanagement der DB Fernverkehr AG, Dr. Wolfgang Weinhold, diese einschneidende Maßnahme betriebswirtschaftlich. Weinhold: „Die Nutzung der InterCity-Züge im Abschnitt zwischen Hannover und Göttingen war in den letzten Jahren trotz attraktiver Sparangebote wie dem Freizeitticket Hannover-Göttingen sehr schwach. Im Durchschnitt stiegen in den etwa zweistündlich bedienten IC-Halten Kreiensen und Northeim jeweils nur etwa 20 Reisende pro Zug aus, mit über die Jahre abnehmender Tendenz.“

Nach Angaben des Bahnmanagers macht die Verlegung der IC auf die Schnellfahrstrecke für viele Fernreisende künftig Reisezeitverkürzungen von einer halben Stunde möglich. Die von Pendlern aus dem Leinetal hauptsächlich genutzten Verbindungen am Morgen (Abfahrt Northeim 6.00 Uhr, Kreiensen 6.13 Uhr mit Ankunft in Hannover um 6.56 Uhr) und am Nachmittag (Abfahrt Hannover 17.02 Uhr, Ankunft Kreiensen 17.44 Uhr mit Ankunft in Northeim um 17.57 Uhr) werde die Bahn im Fahrplan 2010 weiterhin anbieten. Im Übrigen, so Weinhold, bleibe das Leinetal über Anschlüsse in Göttingen und Hannover gut in das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn eingebunden. Der Netzmanager: „Diese Umsteigeverbindungen sind bereits heute oft deutlich schneller als IC-Direktverbindungen. So wird Frankfurt mit dem Nahverkehr und dem ICE-Anschluss von Göttingen aus innerhalb von zweieinhalb Stunden erreicht, eine halbe Stunde schneller als die IC-Direktverbindung.“ Im Ergebnis bedeute die Verlegung der IC für die Mehrzahl der Bahn-Kunden also eine Angebotsverbesserung.

Der Geschäftsführende Vorstand des Regionalverbandes hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn im Juli einstimmig aufgefordert, die IC weiterhin auf der Leinetalstrecke verkehren zu lassen. Begründet wurde diese Forderung nicht zuletzt regionalpolitisch. Die Bahn, so hieß es, belaste mit ihren Maßnahmen die Bemühungen der Region, sich durch eine intakte Infrastruktur aus eigenen Kräften positiv entwickeln zu können.

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