Illustrationsgrafik
Illustrationsgrafik
18.11.2008

Kooperation im Einzelhandel: Forderung nach mehr Verbindlichkeit

Aufbruchstimmung in Bovenden – Fachkonferenz des Regionalverbandes Südniedersachsen

Foto zur Pressemitteilung

Bovenden. Aufbruchstimmung im Bürgerhaus: Unterstützt von vier renommierten externen Experten forderten zum Abschluss der öffentlich Konferenz „Einzelhandelskooperation Südniedersachsen – was wollen wir mehr?!“ am 18.November 2008 in Bovenden Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen aus der Region eine Intensivierung der Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Einzelhandels.

Der Göttinger Stadtbaurat Thomas Dienberg brachte die Diskussion auf den Punkt und schlug die Erarbeitung eine regionalen Einzelhandelskonzeptes vor: „Versorgung organisiert sich nicht selbst. Wir können dem Markt nicht alles überlassen und brauchen interkommunale Abstimmung, die auch in der formalen Planung berücksichtigt werden muss – also in der Regionalen Raumordnung und in Flächennutzungsplänen. Die Instrumente haben wir,“ so ergänzte Dienberg vor mehr als 60 Tagungsteilnehmern, „wir müssen sie nur nutzen.“

Diese Forderung der Stadt Göttingen trifft bei der IHK Hannover nach Angaben von Fachreferent Gerhard Hoppe auf ungeteilte Unterstützung. Wenn das Ziel der notwendigen verbindlichen Absprachen über die Ansiedlung von Einzelhandelsprojekten erreicht werde, könne dies auch positive Auswirkungen auf andere Politikfelder haben. Hoppe: „Südniedersachsen kann es sich noch weniger als andere Regionen erlauben, nichts zu tun.“

Als Sprecher des zuständigen Fachgremiums des Regionalverbandes Südniedersachsen hatte auch der Bürgermeister des Fleckens Nörten-Hardenberg, Frank Priebe, zu Beginn der Veranstaltung eine Intensivierung der interkommunalen Abstimmung in Einzelhandel gefordert. Die in den vergangenen vier Jahren praktizierte freiwillige Zusammenarbeit habe sich zwar bewährt, müsse jetzt aber fortgeschrieben werden. Priebe regte die Einrichtung eines gemeinsamen Internet-Portals von Kommunen, Werbegemeinschaften und Stadtmarketinginitiativen an.

Der Leiter des Geschäftsbereichs Planung des Zweckverbands Raum Kassel (ZRK), Hendrik Krieger, verwies auf die positiven Erfahrungen, die in Kassel seit mehr als 30 Jahren mit klaren Vorgaben eines verbindlichen Regionalplans gemacht würden. Sie verhinderten beispielsweise die dezentrale Ansiedlung von neuen Einkaufszentren, Bau-, Möbel- und Gartenmärkten sowie Fabrikverkaufszentren

Der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Ostwestfalen/Lippe, Markus Lehrmann, und Referatsleiter Hendrik Schrenk von der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld hoben die planerische Verantwortung von Kommunen hervor. In Zeiten stagnierender oder gar sinkender Umsätze müsse der Handel an die städtebaulich richtigen Standorte gelenkt werden. Aktuelle Befragungen von Beteiligten hätten eine hohe Zufriedenheit mit dem regionalen Einzelhandelskonzept Ostwestfalen zutage gefördert. So sei die Planungssicherheit von Investoren und Handelsunternehmen erhöht und die Planungshoheit der Städte und Gemeinden qualitativ gestärkt worden. Angesichts der weitergehenden Gesetzgebung in Nordrhein-Westfalen sei die Region jedenfalls gut aufgestellt. In der Außenbetrachtung werde Niedersachsen wegen seiner zurückhaltenden Vorgaben noch immer als „Texas der Raumordnung“ qualifiziert.

Auch die Region Hannover verfügt über mehr als zehn-jährige Erfahrungen mit einem regionalen Einzelhandelskonzept. Dies habe, so der Erste Regionsrat Prof. Dr. Axel Priebs, zwar nicht alle Fehlentwicklungen, aber immerhin manche besonders drastischen Auswüchse verhindert. Priebs: „Wir wollen qualitativen Wettbewerb und keine ruinöse Konkurrenz.“ Das im Regionalen Raumordnungsprogramm verankerte Einzelhandelskonzept Hannover verhindere, dass Kommunen gegeneinander ausgespielt würden.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Martin Kremming von der CIMA Beratung und Management GmbH in Lübeck.

(Die Redebeiträge der Veranstaltung finden Sie auf unserer Website unter Veröffentlichungen.)

Aktuelles:

Logo Bildungsregion GöttingenLogo Metropolregion