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27.11.2008

Kultusministerin lobt die Bildungsregion Göttingen

Elisabeth Heister-Neumann sieht zukunftsweisenden Ansatz - Bildungskonferenz in der Integrierten Gesamtschule Göttingen

Foto zur Pressemitteilung

Göttingen. Komplimente aus dem Mund der zuständigen Ministerin: Elisabeth Heister-Neumann lobte die Strategie der „Bildungsregion Göttingen“, die Zusammenarbeit von Elternhäusern, Kindertagesstätten, Schulen, Universitäten und Betrieben durch klar definierte Projekte zu fördern und damit effektives Standortmarketing zu betreiben. Den Verantwortlichen bestätigte sie: „Dieser Prozess einer Zusammenarbeit und Vernetzung von Bildungsangeboten ist deshalb zukunftsweisend, weil er Brücken schlägt zwischen den vielen Initiativen, die bisher kaum oder nur wenig voneinander wussten.“

Während der vierten Bildungskonferenz der „Bildungsregion Göttingen“ betonte die Niedersächsische Kultusministerin in der Integrierten Gesamtschule Göttingen-Geismar, dass eine enge Kooperation von Bildungseinrichtungen dazu beitrage, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu stärken. Damit werde auch ein wichtiger Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs der heimischen Betriebe geleistet. Es sei erfreulich, so die Ministerin in ihrer Rede von mehr als 150 Tagungsteilnehmern, dass die Partei- und Wahlkreisgrenzen übergreifende Initiative der Landtagsabgeordneten Dr. Harald Noack (CDU), Dr. Gabriele Andretta (SPD) und Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) zugunsten der „Bildungsregion Göttingen“ auf so breite Unterstützung der drei südniedersächsischen Landkreise und der Stadt Göttingen gestoßen sei. Das Projekt werde inzwischen auch von der Niedersächsischen Landesregierung unterstützt und finanziell gefördert.

Die Veranstaltung unter dem Titel „Bildung morgen – Region in die Verantwortung“ war ausgerichtet worden vom Regionalverband Südniedersachsen in enger Kooperation mit der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen (BIGS), der Bürgerstiftung Göttingen und dem Verein „Impuls – Schule und Wirtschaft“.

In seiner Begrüßung hob Oberbürgermeister Wolfgang Meyer die Bereitschaft der Stadt Göttingen hervor, über die komplette Übernahme der Verantwortung für Bildung beispielsweise im Grundschulbereich nachzudenken. Während bislang die Kommunen für den Unterhalt der Schulgebäude und die sächliche Ausstattung etwa mit Computern zuständig sind, ist das Land Dienstherr der Lehrerinnen und Lehrer. Meyer kann sich vorstellen, dass die Stadt Göttingen beispielsweise im Rahmen eines Modellversuchs beide Aufgabenbereiche übernimmt – vorausgesetzt natürlich, dass sich Land und Kommune über die Finanzierung einigen.

Auch die Kultusministerin wies darauf hin, dass sich in der Praxis äußere und innere Angelegenheiten der Schule häufig überschnitten. Wenn die Schulen einer Region gute Bildung, Ausbildung und Erziehung junger Menschen leisteten, sei dies für die Region ein direkter Standortvorteil. Elisabeth Heister-Neumann: „Die Zukunft einer Region hängt nicht zuletzt von der Qualität des Schulwesens ab. Darum gibt es aus meiner Sicht ein berechtigtes Interesse der Schulträger an eben dieser Qualität.“

Zu den zentralen inhaltlichen Schwerpunkten der ganztägigen Konferenz zählten Debatten über die Schulstruktur. Mit Nachdruck verteidigte Elisabeth Heister-Neumann das Bemühen der Landesregierung, das gegliederte Schulsystem und damit auch die Haupt- und Realschulen zu erhalten. In vielen Landesteilen, so die Ministerin, genieße dieses System durchaus Wertschätzung. Mit einer Gymnasiastenquote von bis zu 85 Prozent eines Jahrgangs sei Göttingen ein Sonderfall. Die Ministerin: „Das Schulgesetz gilt nicht nur für Göttingen, sondern für das gesamte Land.“

Dass die hohe Nachfrage nach Ganztagsangeboten in Stadt und Landkreis Göttingen weitergehende schulpolitische Konsequenzen erfordert, wurde im Verlauf eines Workshops sowie während der Abschlussdiskussion deutlich. Der Göttinger Bildungsdezernent Ludwig Hecke betonte, eine klare Grenzziehung zwischen Stadt und Landkreis Göttingen sei nicht Ziel führend. Der Elternwille müsse Vorrang haben. Wenn man den ernst nehme, müsse zum Schuljahresbeginn im August 2009 eine weitere IGS gegründet werden. Priorität habe die Umwandlung der Haupt- und Realschule Bovenden in eine IGS nach dem Konzept der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Geismar. Wenn dies nicht möglich sei, werde die Stadt, so betonte Hecke, über eine neue IGS in Weende zu befinden haben.

Für den Sommer 2010 bietet sich nach Heckes Einschätzung die Gründung einer weiteren Gesamtschule im Schulzentrum in Groß Schneen an. Über weitere Gesamtschulangebote in Gieboldehausen und Duderstadt werde von Landkreis Göttingen sicher nachgedacht werden. Nach Angaben Heckes wird es in der Stadt Göttingen auch künftig jeweils eine Hauptschule und eine Realschule geben. Hecke: “Wir haben überhaupt kein Interesse daran, dass im Landkreis Hauptschulen schließen müssen.“

Weitere Schwerpunktthemen der Konferenz waren die Übergänge von Haupt- und Realschulen in die Betriebe, das Konzept der „Eigenverantwortlichen Schule“, die frühkindliche Bildung sowie innovative Ansätze in der Elternarbeit.

Fotos und weitere Inhalte zur Veranstaltung finden Sie unter www.bildungsregion-goettingen.de

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