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22.05.2008

Zahl der Einwohner in Südniedersachsen sinkt bis 2020 um zehn Prozent

Experten empfehlen: Öffentliche Infrastruktur regional abstimmen

Hannover. Bis 2020 werden die Einwohnerzahlen der Landkreise in Südniedersachsen um gut zehn Prozent zurückgehen. Die Anzahl der Haushalte wird um etwa sieben Prozent sinken. Diese Entwicklung prognostiziert die NBank-Wohnungsmarkt­beobachtung 2007 für die Kreise Göttingen, Osterode, Northeim, Holzminden und Goslar. Wie sich der Trend abmildern lässt, diskutierten am 22.05.2008 in der Stadthalle Northeim Vertreter aus Politik, Finanzen, Wissenschaft und Immobilienwirtschaft auf der Fachkonferenz „Wohnungsmärkte in Südniedersachsen“. Eingeladen zu der Konferenz haben das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familien und Gesundheit sowie die NBank in Kooperation mit dem Regionalverband Südniedersachsen.

Schon seit Jahren entwickelt sich die Bevölkerung im Süden Niedersachsens und damit die Wohnungsnachfrage rückläufig. Von den insgesamt 49 Gemeinden der Region konnten demnach in den vergangenen zehn Jahren nur neun Gemeinden ihre Einwohnerzahlen halten oder Einwohner gewinnen. Die neun Gemeinden liegen alle im Umfeld Göttingens, dem wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zentrum der Region Südniedersachsen.

„Die Region sollte sich noch stärker vernetzen und die öffentliche Infrastruktur aufeinander abstimmen, dann wird sie wieder attraktiv für neue Einwohner“, empfiehlt Walter Koch, als Mitglied des Vorstandes in der NBank zuständig für die Wohnraum- und Städtebauförderung. Bauland sei in der Region genügend vorhanden. Jetzt komme es darauf an, es besser an den Verkehr anzubinden und attraktive Bildungs- und Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen. Zur Kooperation rieten auch die Referenten, Abteilungsleiter Lothar Busch vom Niedersächsischen Sozialministerium sowie Prof. Dr. Hans-Ulrich Jung vom Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung (NIW). Auch Günther Piegsa von der Regierungsvertretung Braunschweig, der Modellvorhaben zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung vorstellte, sowie Rüdiger Reyhn für den Regionalverband Südniedersachsen mit seinem Ausblick auf die Perspektiven der Region hielten eine stärkere Kooperation für erforderlich.

Für die Plan- und Gedankenspiele der Region steht die NBank laut Koch auch nach der Fachkonferenz zur Verfügung. Schließlich sei die Förderbank nach Integration der Niedersächsischen Landestreuhandstelle (LTS) seit Jahresbeginn Ansprechpartner für alle Fragen der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Wohnraum- und Städtebauförderung.

Bevölkerungsentwicklung Südniedersachsen 1996 – 2020

Landkreise Einwohnerzahl 1996 Einwohnerzahl 2006 Einwohner-
Prognose 2020
Göttingen 267.233 261.398 248.181
Goslar 160.273 149.656 131.253
Northeim 153.610 145.488 129.471
Osterode/Harz 88.209 81.073 69.150
Holzminden 83.317 76.888 64.280
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikation Niedersachsen (LKSN)
NBank-Bevölkerungsprognose des NIW (Stand: 2006)
(Pressemitteilung der NBank vom 22. Mai 2008)

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