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28.12.2009

Hat Tante Emma wieder eine Zukunft?

Nahversorgungstag Südniedersachsen am 24. Februar 2010 in Krebeck - Öffentliche Veranstaltung im Bürgerhaus

Foto zur Pressemitteilung
Martin Kremming

Göttingen. Ist kein Laden im Ort, ist auch kein Leben mehr im Ort – wer so argumentiert, übertreibt maßlos. Und doch gilt: Tante Emma ließ sich noch nie auf das Einkaufen am Ort reduzieren – sie war immer viel mehr, manchmal sogar der Dorfmittelpunkt, vergleichbar nur mit Kirche und Gemeindehaus. Hier wurden Informationen ausgetauscht, hier blühte der Tratsch. Jetzt hat Tante Emma ihren Laden zugesperrt. Sie fehlt dem Dorf – für viele Gemeinden ein Manko, das die Lebensqualität einschränkt:

Das Einkaufsverhalten der Konsumenten in der Region sowie die Probleme, die den Rückzug von Tante Emma Läden für ältere und immobile Menschen entstehen können, sind Themen des Nahversorgungstags Südniedersachsen am 24. Februar 2010 ab 9.00 Uhr im Bürgerzentrum in Krebeck (Landkreis Göttingen). Die öffentliche Veranstaltung richtet sich alle Interessierten - insbesondere aber an Verantwortliche des Handels und der Kommunen.

Erwartet werden 80 bis 100 Gäste. Der Nahversorgungstag will nicht sozialromantisch verklärt in Erinnerungen an die gute alte Zeit schwelgen. Er will auch kein Forum für Forderungen nach öffentlicher Subventionierung von Aufgaben bieten, die dem Markt zustehen.

Die Veranstalter gehen vielmehr von den bestehenden Einkaufsgewohnheiten vieler Menschen aus. Gemeinsam wollen sie mit anderen Experten erörtern, welche Konsequenzen in Zeiten des demographischen Wandels daraus künftig für die Lebensqualität der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden erwachsen. Vorgestellt werden Konzepte für Stadtteil- und Dorfläden, die deshalb erfolgreich sind, weil sie bürgerschaftliches Engagement mit dem nüchternen Blick auf marktwirtschaftliche Mechanismen und die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft verbinden.

Mit Martin Kremming, Projektleiter und Partner der CIMA Beratung und Management (München), haben die Veranstalter einen exzellenten und mit den Gegebenheiten vor Ort vertrauten Referenten gewinnen können. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Michael Glatthaar vom Planungsbüro proloco in Bremen. Auch Glatthaar kennt die Situation des Einzelhandels in der Region Südniedersachsen gut. Nach der Begrüßung durch Krebecks Bürgermeister Josef Sorhage spricht Thomas Oertwig vom Landkreis Northeim zum Thema „Südniedersachsen ist zentral versorgt – ist die Region auch gut versorgt?“

Dr. Swantje Eigner-Thiel und Jasmin Wiefek (Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung an der Universität Göttingen) stellen die Ergebnisse einer Befragung zur Situation des Einzelhandels Diemardens (Gemeinde Gleichen) und Barterodes (Flecken Adelebsen) vor.

Spielt die Nahversorgung in den Programmen zur Förderung des ländlichen Raums eine nennenswerte Rolle? Das ist das Thema eines gemeinsamen Vortrags von Dr. Thomas Forche und Dirk Puche. Vor der Mittagspause stellt Matthäus Mihm (Aufwind - Verein für seelische Gesundheit e.V. , Eschwege) das Projekt Dattarode vor. Im Anschluss werden die wesentlichen Merkmale von Nahversorgungsangeboten in Roringen (Referent Werner Massow), Diemarden (Stephan Holzhaus) und Gillersheim (Ulla Klapproth) sowie von Lemkes Rollendem Supermarkt vorgestellt.

Workshops beschäftigen sich mit der „Bedeutung von bürgerschaftlichen Engagements bei der Sicherung und Entwicklung der Nahversorgung“ (Moderation: Daniel Strotmann, Landkreis Northeim), der „Sicherung der Daseinsvorsorge: Aufgaben der Gemeinden und der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Nahversorgung“ (Moderation: Regina Meyer, Freie Altenarbeit Göttingen) und den „Möglichkeiten und Defiziten öffentlicher Förderprogramme“ (Moderation: Dr. Hartmut Berndt, Landkreis Göttingen)

Nach der Abschlussdiskussion: Was können wir gemeinsam tun? soll eine „Krebecker Erklärung“ verabschiedet werden.

Ausgerichtet wird der Nahversorgungstag von der Mobilen Wohnberatung Südniedersachsen, den Regionalmanagement-Projektträgern der Landkreise Göttingen (LEADER), Osterode am Harz (NLG), und Northeim (M-Con), der Stadt Osterode am Harz, dem Kreisverband Göttingen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie dem Interkommunalen Arbeitskreis Einzelhandel (IAE) des Regionalverbandes Südniedersachsen.

Die Veranstaltung wird u. a. von der Sparkasse Duderstadt und der Volksbank Eichsfeld-Northeim eG unterstützt.

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