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14.04.2010

Uni-Präsidium vor Neuorientierung

Künftige Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel warnt im RegJo-Gespräch vor zu starker Fokussierung auf Elitebildung

Foto zur Pressemitteilung

Göttingen. Im Präsidium der Universität Göttingen zeichnen sich für die Zeit nach dem Jahreswechsel 2010/2011 Neuorientierungen in Strategie und Führungsstil ab. Eine zu starke Fixierung auf „wissenschaftliche Elite" und Spitzenforschung greift nach Einschätzung der gewählten Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel zu kurz. Gerade die sehr breite akademische Basis mache den Erfolg des deutschen Hochschulwesens auch gegenüber Spitzenuniversitäten und Großbritannien und den USA aus.

In einem Gespräch mit dem RegionalJournal RegJo erklärt die Biochemikerin, die im Januar 2011 die Nachfolge von Uni-Präsident Prof. Dr. Kurt von Figura antritt: „"Wir brauchen natürlich Elite. (...) Aber was im Moment (...) vergessen wird, ist, dass Spitze nicht ohne Basis funktionieren kann".

Während von Figura zuweilen für mangelnde Kooperation im Führungsstil kritisiert wird, machte Ulrike Beisiegel deutlich, dass der Erfolg der Universität nur gewährleistet werden kann, wenn Fakultäten und Präsidium an einem Strang ziehen und sich gegenseitig respektieren. An dem ausführlichen Gespräch über die Bildungspolitik in Niedersachsen und die Probleme und Herausforderungen für die Universitäten nahm auch Prof. Dr. Bernd Weisbrod von der Philosophischen Fakultät der Uni Göttingen teil. Der Zeithistoriker kritisierte, dass die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern keinen Beitrag zur Stabilisierung und Verbesserung der Lehre liefere. Ein gravierendes Problem sieht Weisbrod auch in der Umverteilung finanzieller Mittel an nicht-universitäre Einrichtungen zu Lasten der Universitäten.

Das RegJo-Interview ist einer der Schwerpunkte der 130 Seiten umfassenden Frühjahrsausgabe, die der Polygo-Verlag und der Regionalverband Südniedersachsen als gemeinsame Herausgeber vorgelegt haben. Ausführlich hat sich Redaktionsleiter Sven Grünewald mit der Bedeutung Göttingens als „Wiege der Luftfahrtforschung“ befasst. In seiner beeindruckenden Reportage macht Grünewald deutlich, dass die von Ludwig Prantl, seit 1904 Professor an der Georgia Augusta, gegründete Strömungsforschung nicht zuletzt die Grundlagen für die derzeit laufende Forschung zum „Zug der Zukunft“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gelegt hat. Seine herausragenden Kompetenzen in aeroelastischen Prüfverfahren dokumentiert das DLR in Göttingen auch an den Prüfverfahren zu Schwingungen am Airbus A380.

„Eiskalt planen beim Heizen“ – so lautet der Titel einer Darstellung über neue Trends beim Bauen und Sanieren. Kritisch setzt sich die Redakteurin Johanna Lal mit der prekären finanziellen Situation einer sechsköpfigen Familie aus Göttingen auseinander. Die Musikschule Musikuss zeigt, wie wirksam zumindest in Einzelfällen punktuelle Unterstützungen sein können. Weitere Themen der aktuellen RegJo-Ausgabe: Die bevorstehende Gründung des Netzwerks „Gesundheitsregion Göttingen“, die Erfolge des südniedersächsischen Verpackungsclusters und ein Beispiel für Kreativität in der Existenzgründung.

Regionalverband Südniedersachsen und RegJo Verlag geben das RegJo seit 1996 in einer Auflage von 20.000 Exemplaren vier Mal jährlich heraus. Das durchgängig vierfarbig gestaltete Magazin wird durch Anzeigen, Beiträge privater Kooperationspartner und Verkaufserlöse finanziert. Es liegt aus in Kreis- und Rathäusern, bei sowie in Sparkasse und Kultureinrichtungen. Außerdem wird es über den Lesezirkel vertrieben. Besondere Bedeutung hat der Versand über Directmailing.

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