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29.06.2010

Vorrang für die Sanierung des Wohnungsbestandes

Wissenschaftlerin warnt vor Ausweisung von weiterem Bauland im ländlichen Raum der Region Südniedersachsen

Göttingen. Im ländlichen Raum Südniedersachsens ist die Ausweisung von Bauland kein Mittel zur Lösung der Probleme auf dem Wohnungsmarkt – ganz in Gegenteil: Neubauten an einer Stelle tragen dazu bei, dass andernorts Leerstand entsteht: Zu diesem Schluss kommt die Wissenschaftlerin Julia Zeh in ihrer Diplom-Arbeit „Wohnungsmarktentwicklungen in Zeiten des demographischen Wandels – Angebot und Nachfrage am Beispiel der Region Südniedersachsen“.

Die Arbeit war mit Unterstützung des Regionalverbandes Südniedersachsen am Lehrstuhl für Produktion und Logistik der Universität [ (Prof. Dr. Jutta Geldermann) entstanden. Julia Zeh analysiert erhebliche Ungleichgewichte auf dem Wohnungsmarkt Südniedersachsens. Sie sind durch zurückgehende Nachfrage nach Wohnraum in Zuge des demographischen Wandels einerseits sowie stark differenzierte Ansprüche nach qualitativ hochwertigem Wohnraum gekennzeichnet.

Konsequenz aus Sicht der Wissenschaftlerin: Vorhandener Wohnraum müsse energetisch und unter dem Aspekt der Generationengerechtigkeit saniert bzw. umgebaut werden. Dabei müsse beachtet werden, dass sich die Nachfrage immer stärker auf zentrale Standorte ausrichte – nicht zuletzt angesichts der reduzierten Möglichkeiten der Öffentlichen Hand, die vorhandene Infrastruktur auch an peripher gelegenen Standorten aufrecht zu erhalten. Julia Zeh: „Durch die fortgeschrittene Alterung in der Region treten besonders die Nachfrageeffekte aus der Altersstrukturverschiebung hervor. Der Bedarf an altengerechten Wohnformen und -beständen steigt an. Räumliche Nachfrageunterschiede zeigen sich zwischen dem verdichteten Umland des Landkreises Göttingen und den ländlichen Gemeinden von Northeim und Osterode.“

Die Region Südniedersachsen, so Julia Zeh, müsse mit einem starken Anstieg des Wohnungs-Leerstandes rechnen. Deshalb müsse die Anpassung des Wohnungsbestandes an die Nachfragestruktur hohe Priorität haben. Die Aufwertung von Nachbarschaftsbeziehungen erhöhe die Attraktivität kleinteiliger Siedlungsstrukturen – sie werde für die Auswahl des Wohnortes immer wichtiger.

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