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25.08.2010

Stadt- und Dorfentwicklung: Wickmann fordert Umdenken

Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Auf den Ortskern kommt es an“ in der Stadthalle Northeim – Ministerin Grotelüschen dabei

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Northeim. Ein radikales Umdenken in der Stadt- und Dorfentwicklungspolitik hat Michael Wickmann gefordert. Angesichts sinkender Bevölkerungszahlen müsse das Wohnungsangebot, so Northeims Landrat, reduziert werden – nur so lasse sich der Verfall der Immobilienpreise stoppen oder zumindest verlangsamen. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Innenentwicklung als Zukunftsaufgabe“ erklärte Wickmann vor mehr als einhundert Fachleuten und Politikern in der Stadthalle Northeim: „Das Thema Abriss muss enttabuisiert werden. Von unrentabler und nicht mehr sanierbarer Bausubstanz müssen wir uns trennen.“

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Michael Wickmann

Diese Strategie setze bei der Kommunalpolitik die Bereitschaft zum Paradigmenwechsel voraus. Städte und Gemeinden in den ländlichen Räumen stünden vor tief greifenden Schrumpfungsprozessen – das gelte auch für die Infrastruktur, die unter dem Gesichtspunkt der langfristigen Finanzierbarkeit angepasst werden müsse. Wickmann räumte ein, dass die Kommunen diese Anpassungsleistungen allein nicht bewältigen könnten. Der Landrat forderte neue Steuerungs- und Förderinstrumente auf der Ebene der Regionen, des Landes und des Bundes.

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Astrid Grotelüschen

Auch nach Einschätzung von Astrid Grotelüschen, Niedersächsische Ministerin für Landesentwicklung, wird der Wohnungsüberhang in peripheren ländlichen Räumen immer deutlicher. Das über Jahrzehnte selbstverständliche Wachstum sei in vielen Orten beendet. Auch wenn der Markt vieles regele, so die Ministerin, bedürfe es auch der regulierenden Öffentlichen Hand und der Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg. Zwar seien die Handlungsmöglichkeiten der Landesregierung begrenzt – doch es gebe sie. Astrid Grotelüschen wies auf die Städtebauförderung und das Programm zur Förderung des ländlichen Raumes hin. Daneben gebe es Modellvorhaben wie etwa das Siedlungsflächenprojekt, das die Regierungsvertretung Braunschweig gemeinsam mit dem Regionalverband Südniedersachsen erfolgreich umgesetzt habe. Astrid Grotelüschen: „Die heute beginnende Veranstaltungsreihe setzt hier folgerichtig an. Wieder arbeiten der Regionalverband Südniedersachsen und meine Mitarbeiter in der Regierungsvertretung Braunschweig kollegial und kooperativ zusammen.“

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Harald Kühle

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Northeims Bürgermeister Harald Kühle auf die Vorsicht hingewiesen, die die Stadt Northeim seit Jahren bei der Ausweisung von Baugebieten an den Tag gelegt habe. Kühle plädierte für Gelassenheit beim Blick auf das Mittelalter. Damals seien Wüstungen entstanden – es sei nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten Jahren das eine oder andere Dorf leer falle. Von der Stadt Göttingen forderte Kühle, die Region nicht als Ballast zu empfinden, sondern sich die in die Regionalentwicklung aktiv einzuschalten. Der Bürgermeister schlug die Erarbeitung eines regionalen Leitbilds vor - und fügte an:„Bei der Formulierung sollten wir aber auf Begriffe wie ´demographischer Wandel` und ´Schrumpfung` verzichten.“

Ingo Gerloff, Dezernatsleiter der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL, Northeim), Guido Mönnecke, Mitglied des Vorstands der Kreis-Sparkasse Northeim sowie Achim Däbert von der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) machten in anschließenden Referaten deutlich, welche Auswirkungen der Bevölkerungsrückgang auf den Immobilienmarkt in Südniedersachsen hat.

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