Illustrationsgrafik
Illustrationsgrafik
25.08.2010

Kosten für Bauland konstant –
doch die Gebäude-Preise brechen weg

Demographischer Wandel prägt Immobilienmarkt der Region – Kerngebiet Göttingen stellt große Ausnahme dar

Foto zur Pressemitteilung
Ingo Gerloff

Northeim. Der demographische Wandel, aber auch Aspekte wie steigende Mobilitätskosten und der häufigere Wechsel von Arbeitsplätzen, haben tiefe Spuren auf dem südniedersächsischen Immobilienmarkt hinterlassen. Während selbst in den ländlichen Teilräumen das Preisniveau für unbebaute Grundstücke in den vergangenen 15 Jahren weitgehend konstant blieb, brachen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in diesem Zeitraum massiv ein.

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Auf den Ortskern kommt es an“ in der Stadthalle Northeim bezifferte der Dezernatsleiter der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL), Ingo Gerloff, den Preisniveaurückgang bei Gebäuden, die nach 1946 entstanden sind, auf 25 Prozent seit 1995. Der Rückgang bei älteren Gebäuden liegt nach Berechnungen der Behörde im Schnitt sogar bei 40 Prozent.

Als Vorsitzender des beim GLL angesiedelten Gutachterausschusses für Grundstückswerte, der für die drei südniedersächsischen Landkreise alle notariell beurkundeten Kaufverträge auswertet, wies Gerloff darauf hin, dass die Zahl der Kaufverträge für Ein- und Zweifamilienhäuser in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben sei. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil die Verkäufer erhebliche Preiszugeständnisse gemacht hätten. In vielen Lagen gebe es einfach keine ausreichende Nachfrage – der vielfach schlechte bauliche Zustand gerade älterer Häuser trage dazu bei, dass die Käufer niedrigere Preise durchsetzen könnten.

Vor mehr als einhundert Veranstaltungsteilnehmern arbeitete Gerloff die Sondersituation heraus, die in der Stadt Göttingen und ihrem engeren Umland bestehe. In guten Lagen sei bei Gebäuden der verschiedenen Altersklassen bereits wieder ein Trend zu steigenden Preisen festzustellen. Auch die registrierten Probleme beim Verkauf von Baugebieten gingen fast ausschließlich zu Lasten des ländlichen Raumes. So wurden in Hann.Münden im Betrachtungsjahr 2008 drei Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau verkauft – in Staufenberg waren es zwei, in Bodenfelde eines. Und in der Gemeinde Kalefeld wurde kein einziges Grundstück vermarktet.

Gerloff stellte die für viele Beobachter verblüffenden Unterschiede zu den Preisen für Bauland heraus. Selbst in Orten mit besonders ungünstiger demographischer Entwicklung sei hier kein signifikanter Preisrückgang festzustellen – allerdings sei die Zahl der Kaufverträge drastisch zurückgegangen. Gerloff: „Gegenüber den Höchstständen aus den Jahren 1993 und 1997 wird jetzt nur noch ein Drittel des Umsatzes getätigt.“ Mittelzentren wie Northeim, Einbeck, Osterode am Harz, Hann.Münden und Duderstadt wiesen in Bezug auf die Nachfrage nach Bauland gegenüber dem Umland keine besondere Attraktivität auf.

Gerloff machte deutlich, dass sich bei gesonderter Betrachtung der Ortskerne auch in diesen innerörtlichen Arealen keine besondere Nachfrage nach Bauland entfalte.

Aktuelles:

Logo Bildungsregion GöttingenLogo Metropolregion