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25.08.2010

Preise differieren stark - auf die Lage kommt es an

Banken und Sparkassen stellen sich auf Änderungen auf dem Wohnungsmarkt ein – Vermögensverluste im Landkreis Northeim

Foto zur Pressemitteilung
Guido Mönnecke

Northeim. Banken und Sparkassen der Region sind in vielfältiger Weise von den Umbrüchen auf dem Immobilienmarkt betroffen – die Veränderungen auf diesen Märkten wirken sich sowohl auf das Neugeschäft als auch auf laufende Finanzierungen und die Verwertungsfälle aus – also Verkäufe, die erforderlich werden, wenn Kreditnehmer ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Guido Mönnecke, Mitglied des Vorstands der Kreis-Sparkasse Northeim, machte während der Veranstaltung „Südniedersächsische Immobilien- und Wohnungsmärkte im Umbruch“ in der Stadthalle Northeim auf die Bedeutung der Lage eines Objektes aufmerksam. Sie sei prägend für den Beleihungsspielraum und müsse jeweils unter dem Blickwinkel der Wirtschaftlichkeit sowie unter sozialen Gesichtspunkten und im Hinblick auf die vorhandene Infrastruktur im Umfeld der Immobilie bewertet werden. Berücksichtigt werde natürlich auch, ob die Herstellungs- oder Anschaffungskosten eines Objektes den Gegebenheiten des Marktes entsprechen oder doch eher von persönlichen Präferenzen des potenziellen Kreditnehmers geprägt ist.

Bei bestehenden Finanzierungen erfolgt nach Angaben Mönneckes eine Überprüfung der Beleihungswerte, wenn innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren eine rechnerische Wertminderung von mehr als zwanzig Prozent erfolgt ist. In diesem Fall müssen Banken und Sparkassen ihre eigenen Finanzierungen mit mehr Eigenkapital unterlegen – die Vorschrift engt damit den Spielraum für künftige Neugeschäfte ein. Wenn etwa nach dem Verlust des Arbeitsplatzes ein Kreditnehmer gezwungen ist, sein Haus oder seine Wohnung zu verkaufen, wird der Gutachterausschuss für Grundstückswerte des GLL gebeten, ein Verkehrswertgutachten zu erstellen. Es dient dann der Orientierung bei der Preisfindung.

Hohe Immobilienpreise sind in der bundesweiten Betrachtung Zeichen für hohe Einkommen und einen hohen Wohlstand. Beispielsweise bei den Baulandpreisen gebe es, so Mönnecke vor mehr als einhundert Zuhörern in der Stadthalle Northeim, gravierende Unterschiede zwischen den Preisen im Bayern oder Baden-Würtemberg und den neuen Bundesländern. Auffällig sei, dass in Deutschland insgesamt pro eintausend Einwohner im Jahr 2010 statistisch nur 1,7 Wohnungen fertig gestellt würden. In Frankreich, Polen und Österreich seien es fast fünf, in der Schweiz sogar mehr als sechs. Die Zahl der insgesamt in Deutschland erteilten Baugenehmigung sei seit Jahren rückläufig.

Ausführlich ging Mönnecke auf die Situation des Wohnungsmarktes im Landkreis Northeim ein. So sei der Wert neuerer Eigentumswohnungen allein in den vergangenen fünf Jahren um zwanzig Prozent gesunken. Eigentumswohnungen, die mehr als 60 Jahre alt seien, hätten im selben Zeitraum sogar die Hälfte ihres Wertes aus dem Jahr 2004 verloren – Vermögensverluste, die Auswirkungen beispielsweise auf die Altersversorgung vieler Immobilienbesitzer hätten.

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sei der Substanzverlust nicht ganz so ausgeprägt. Mehr als 60 Jahre alte Häuser hätten seit 2004 ein Viertel ihres damaligen Wertes verloren, Neubauten aus der Zeit nach 1970 lediglich fünf Prozent. Dabei gebe es innerhalb der Region erhebliche Unterschiede.

Während in Göttingen bis zu € 2.000.- pro Quadratmeter Wohnfläche in freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern gezahlt würden, liege dieser Wert in den Kernen von Einbeck, Northeim, Nörten-Hardenberg, Angerstein und Bad Gandersheim bei € 1.000.-, in Uslar und Dassel bei € 920.- sowie in anderen Teilen des Landkreises Northeim teilweise noch deutlich unter dem zuletzt angegebenen Wert. Mönnecke: „Dies sind Durchschnittspreise. Innerhalb der Kommunen stellen wir je nach Lage der Immobilie erhebliche Unterschiede fest.“

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