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27.12.2010

Wer die Zentren der Orte stärkt, trägt auch zum Klimaschutz bei

Fachwerkhäuser sind Zeichen von Nachhaltigkeit – Ausbau der Fernwärme dient der Minderung von CO2-Emissionen

Foto zur Pressemitteilung
Thomas Dienberg (Foto: Dirk Spenn)

Northeim. Wer Kohlendioxidemissionen reduzieren will, muss Ortskerne als Wohnquartiere stärken. Und wer dazu beiträgt, dass mehr Menschen in den Ortskernen leben, schützt gleichzeitig das Klima: Effektiver Klimaschutz umfasst nach Einschätzung des Göttinger Stadtbaurats Thomas Dienberg technische, planerische und organisatorische Elemente. Er wirkt sich auf alle Daseinsbereiche aus und sollte auf einem kommunalen Gesamtkonzept beruhen.

In seinem Vortrag „Energieeinsparung und praktischer Klimaschutz durch Modernisierung“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Auf den Ortskern kommt es an“ machte Dienberg deutlich, dass sich die Stadtentwicklung Göttingens an der Vorgabe „innen vor außen“ orientiere. Nicht die Ausweisung großer neuer Baugebiete sei vorrangiges Ziel, sondern die Sanierung der vorhandenen Bausubstanz.

Dienberg räumte ein, dass Wärmedämmung von Fachwerkgebäuden nicht immer ganz einfach sei. Es gebe inzwischen aber gute Erfahrungen mit der Innendämmung von Außenwänden sowie Keller- und Geschossdecken. Der Einsatz energetisch optimierter Fenster sowie eine moderne Lüftungstechnik trügen gerade auch bei Fachwerkhäusern zur CO2-Reduzierung bei. Dienberg: „Bei unserem Fachwerkhäusern in Südniedersachsen handelt es sich um historischen Baubestand, der ein gutes Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften ist. Außerdem sind Fachwerkhäuser in aller Regel Dokumente hoher baulicher Dichte - alles Merkmale, die auch unter Aspekten des Klimaschutzes wichtig sind.“

Die Klima-Bilanzen von Fachwerkhäusern lassen sich nach Dienbergs Darstellungen auch durch den Ausbau von Fernwärmenetze verbessern. Die Durchsetzung solcher Maßnahmen hängt aber, so Dienberg vor mehr als 50 Veranstaltungsteilnehmerinnen und Teilnehmern in der Stadthalle Northeim, stark vom Kenntnisstand der Bevölkerung ab.

Der Verein „Energieagentur Region Göttingen“, in dem Stadt und Landkreis Göttingen Maßnahmen zum Klimaschutz bündeln, lege deshalb auf Öffentlichkeitsarbeit besonderen Wert. Weil Sparkassen die Energieagentur finanziell unterstütze, kann die Beratung privater Hauseigentümer durch Experten kostenlos erfolgen.

Dienberg machte jedoch deutlich, dass das über Verhaltensänderungen aktivierbare Einsparpotenzial bei den CO2-Emissionen lediglich bei zehn Prozent liegt. Jeweils 40 Prozent seien durch gesetzliche Vorgaben sowie durch technische Innovationen erzielbar.

An den CO2-Emissionen in der Stadt Göttingen seien private Haushalte, der Dienstleistungssektor (einschließlich der Gebäude der Universität), Verkehr und Gewerbe zu jeweils einem Viertel beteiligt. Die relativ geringe Quote des Gewerbes sei eine Besonderheit der Universitätsstadt Göttingen. Dienberg betonte, die ländlich geprägten Bereiche Südniedersachsens könnten durch die Erzeugung von Biogas wichtige Beiträge zur Verbesserung der regionalen Klimabilanz leisten.

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