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28.12.2010

Auf den Ortskern kommt es an: Südniedersachsen soll Vorsprung nutzen

„Sehr spannende Veranstaltungsreihe“ – Landesprogramme zur Innenentwicklung sollen genutzt werden

Foto zur Pressemitteilung
Christian Kuthe (Foto: Dirk Spenn)

Northeim. Die Veranstaltungsreihe sei „sehr spannend“, Südniedersachsen habe sich gegenüber anderen Regionen Niedersachsens einen Vorsprung herausgearbeitet, der durch die Umsetzung diskutierter Maßnahmen konkret genutzt werden sollte: Christian Kuthe, Referatsleiter Städtebau, Bauleitplanung und Baukultur des Sozialministeriums in Hannover schloss mit seinem Vortrag „Neue Wege der städtebaulichen Planung und Steuerung die Veranstaltungsreihe „Auf den Ortskern kommt es an“ ab. Zugleich kündigte er die Unterstützung des Landes Niedersachsen bei den jetzt anstehenden Prozessen an.

Dass die Landesregierung die Ausrichtung der Kommunalentwicklung auf die Zentren für die richtige Strategie hält, zeigt sich nach Kuthes Darstellungen an Zahl und Qualität der darauf ausgerichteten Programme. So werde der Bund zwar die Städtebauförderung leicht zurücknehmen, doch würden die Kürzungen längst nicht so drastisch ausfallen wie zunächst befürchtet. Das Land Niedersachsen werde Städtebauförderung weiter auf hohem Niveau betreiben – wenn man die durch die Konjunkturprogramme 2008 und 2009 entstandenen Sondereffekte unberücksichtigt lasse. Das Programm „Lebendige Stadt- und Ortsteilzentren“, der „Stadtumbau West“ und der städtebauliche Denkmalschutz biete Südniedersachsen zahlreiche Möglichkeiten.

Durch die Nutzung des neuen Programms „kleine Städte und Gemeinden“ würden Gemeinden in die Lage versetzt, neue Impulse zur Stärkung örtlicher Zentren zu setzen. In die 68 Projekte umfassende Quartiersinitiative Niedersachsen seien auch Einbeck, Göttingen, Holzminden und Alfeld aufgenommen worden. Kuthe warb für die Teilnahme von Städten und Gemeinden Südniedersachsens an dem „Weißbuch Innenstadt“, das im Frühjahr 2011 vorliegen soll.

Mit dem in Südniedersachsen weit fortgeschrittenen demographischen Wandel sind nach Einschätzung Kuthes erhebliche neue Herausforderungen entstanden. Das Überangebot an Gebäuden und Infrastruktur führe zu steigenden finanziellen Belastungen der Gemeinden. Auch die Werterhaltung der Immobilien sei gefährdet. Nach Einschätzung Kuthes darf das bestehende Immobilienangebot deshalb nicht noch stärker ausgeweitet werden. Die Entwicklung der Gemeinden müsse innerhalb des Bestandes erfolgen.

Mehr regionale Kooperation, das Lernen von anderen, die Erarbeitung integrierter Gemeindeentwicklungskonzepte, Prioritäten-setzung und Ortskernentwicklung: Mit diesen Stichworten beschrieb Kuthe seine Handlungsempfehlungen. Es sei wichtig, die Wohnungsmarktentwicklung regional zu analysieren, Bevölkerungs- und Haushaltsprognosen vorzunehmen und Leerstands- und Brachflächenkataster erarbeiten zu lassen. Daraus müsse ein regionaler Entwicklungsrahmen angeleitet werden. Kuthe warb dafür, das Angebot von Bauflächen mit der Nachfrage abzugleichen und möglicherweise Flächen aus den Flächennutzungsplänen zu entlassen.

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