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24.10.2011

Vermissen wir Tante Emma und ihre Enkel?

Regionalverband untersucht im Auftrag von zwei Landkreisen die Versorgungssituation in Dörfern

Foto zur Pressemitteilung

Göttingen. Die Tante-Emma-Läden sterben – darüber wird in der Öffentlichkeit häufig lebhaft diskutiert. Doch wie die Situation im ländlichen Raum wirklich aussieht, ob die Menschen Tante Emma sowie ihre Kinder und Enkelkinder wirklich vermissen, das wurde zumindest in Südniedersachsen bislang noch nicht systematisch untersucht.

Dieses Informationsdefizit hat den Regionalverband Südniedersachsen veranlasst, eine Erhebung zur Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs zu unternehmen. Seit Ende August 2011 befragt der Projektmanager Dirk Spenn im Auftrag der Landkreise Göttingen und Osterode am Harz ehrenamtliche Kommunalpolitiker. Insgesamt versandte er Fragebogen an die Verantwortlichen aller Ortschaften mit bis zu 1.700 Einwohnerinnen und Einwohnern – immerhin fast 200 in den beiden Landkreisen.

Spenn will zunächst wissen, wie die Befragten die Versorgungssituation in ihren Orten grundsätzlich einschätzen – er fragt nach konkreten Einkaufsmöglichkeiten und deren Erreichbarkeit. Zu den wichtigsten Aspekten gehört zudem die Frage, ob es Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern zur Einrichtung von Dorfläden gibt. Ein weiterer Punkt umfasst die Frage, von wem sich die Kommunalpolitiker Unterstützung bei der Verbesserung der Nahversorgung erwarten.

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Projektmanager Dirk Spenn

Spenn analysiert zudem die Versorgung der Orte mit DSL und fragt nach der Verfügbarkeit von Räumen, in denen neue Angebote entstehen könnten. Spenn: „Wir wollen wissen, ob die Menschen Einkaufsmöglichkeiten in kleinen Orten wirklich vermissen. Außerdem soll geklärt werden, wo bürgerschaftliches Engagement beispielswiese für eine Kombination von gemeinsamer Bestellung per Internet und der Schaffung innerörtlicher Treffpunkte infrage kommt.“

Nach Angaben des Projektmanagers hat sich der Regionalverband im Rahmen seiner Nahversorgungs-Initiative entschlossen, ganz pragmatisch vorzugehen, die Ortskenntnis von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zu nutzen und ihnen die Gelegenheit zu klaren Aussagen bezüglich konkreter Verbesserungsvorschläge zu geben. Die Reaktionen vieler Befragter zeigten, dass der Regionalverband mit dieser Intention das Interesse kommunalpolitisch Verantwortlicher in den Dörfern genau getroffen hat.

Verbands-Geschäftsführer Rüdiger Reyhn lobte die finanzielle Förderung des Vorhabens durch das Leader-Regionalmanagement des Landkreises Göttingen und das Regionalmanagement des Landkreises Osterode am Harz. Reyhn kündigte an, dass die Befragung bis Ende November abgeschlossen sei. Die ausgewerteten Ergebnisse würden noch vor Weihnachten 2011 den beiden Landkreisen zur Verfügung gestellt.

Der Regionalverband befasst sich seit 2003 mit unterschiedlichen Aspekten der Einzelhandelsentwicklung in Südniedersachsen. Im Februar 2010 richtete er gemeinsam mit den drei südniedersächsischen Landkreisen in Krebeck einen Nahversorgungstag aus.

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