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21.11.2007

Bewusster Umbau statt Weiterbau und Abwarten

Wissenschaftlerin Ruth Rohr-Zänker sieht Kommunalpolitik vor gravierenden Herausforderungen - Regionalkonferenz des Regionalverbandes in Osterode

Foto zur Pressemitteilung

Osterode am Harz. Im Ratssaal der Stadt Osterode wies die Wissenschaftlerin darauf hin, dass innerhalb der Region erhebliche Unterschiede zu erwarten seien. Zentrale Standorte in den Städten und Gemeinden würden für die älter werdende Bevölkerung attraktiver, die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten und Kulturangeboten werde wichtiger und das Wohnen in der Gemeinschaft gewinne an Bedeutung. Mehr als 70 politisch Verantwortlichen der Region – darunter auch die Landtagsabgeordnete Regine Seeringer, Osterodes Landrat Bernhard Reuter und Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer – machte die Wissenschaftlerin klar, dass die Kommunalpolitik vor gravierenden Herausforderungen stehe. Erforderlich sei im Rahmen schlüssiger, über den Tellerrand lokaler Sichtweisen hinausreichender Konzepte der bewusste Umbau des Wohnungsbestandes. Ruth Rohr-Zänker: „Die Zeit von Abwarten und Weiterbau ist unwiderruflich vorbei. Qualitative Elemente im Wohnungsbau werden immer wichtiger. Möglicherweise müssen die Landkreise aber bei der Ausweisung von Baugebieten auch restriktiver vorgehen.“

In der Podiumsdiskussion im Anschluss an der Vortrag ging es unter anderem um die Frage, ob die Infrastruktur in den Ortsteilen bei sinkender Bevölkerungszahl zurückgebaut werden muss oder ob ausblutende Ortsteile gerade mit besseren Einkaufs- und Schulangeboten am Leben erhalten bleiben sollten. Als Vorstandsvorsitzender des Regionalverbandes sprach sich Landrat Reuter zwar für einen gesunden Wettbewerb zwischen Kommunen um Bürger aus. Unbedingt verhindert werden müsse aber ein „Kanibalisierungseffekt“. Reuter erinnerte an seine Forderung zur Gründung eines Zweckverbandes für Regionalplanung und Regionalentwicklung und erklärte: „Die Planungsprozesse in den drei südniedersächsischen Landkreisen einschließlich der Stadt Göttingen müssen stärker aufeinander abgestimmt werden. Und dies muss auf verbindlicher Basis erfolgen.“

Am Schluss der Veranstaltung verabschiedete die Regionalkonferenz den Wirtschaftsplan 2008 des Verbandes einstimmig.

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