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10.05.2012

Landkreise in der Region unterschiedlich fit

Regionalkonferenz des Regionalverbandes in Osterode: Nord/LB-Experte Brandt sieht Unternehmen und Gesellschaft vor großen Herausforderungen

Foto zur Pressemitteilung
Dr. Arno Brandt

Göttingen/Osterode. Die Unternehmensaktivitäten müssen sich an den Leitmärkten Mobilität, Gesundheit und Energie orientieren. Wachstum und Beschäftigung entstehen nur dort, wo eine auf Wissen und Innovation gestützte Wirtschaft gestärkt wird. Für die Betriebe kommt es darauf an, Ressourcen zu schonen, ökologisch zu handeln und dabei national und international wettbewerbsfähig zu sein: Diese Thesen müssen nach Einschätzung von Dr. Arno Brandt, Leiter der Nord/LB Regionalwirtschaft (Hannover), bei der Entwicklung von Standorten beachtet werden. Während einer Regionalkonferenz des Regionalverbandes Südniedersachsen machte Brandt deutlich, dass diese Entwicklung verbunden werden müsse mit sozialen Ansprüchen wie der Gewährleistung von Chancengerechtigkeit.

Die Landkreise innerhalb Südniedersachsens starten durchaus mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die neue EU-Strukturförderperiode ab 2013. Während im Landkreis Göttingen der Anteil der Beschäftigten bei den wissensintensiven Wirtschaftszweigen im Dienstleistungssektor bei mehr als 28 Prozent liegt, verharrt dieser Anteil in Goslar bei 17,6, in Northeim bei 16,2 und in Osterode sogar nur bei 12,6: Brandt erläuterte im Ratssaal der Stadt Osterode am Harz Landräten und Bürgermeistern, dass solche Aspekte für die Zukunftsfähigkeit von Kommunen eine große Rolle spielen.

In den vergangenen Jahren habe sich deutlich gezeigt, dass der Anteil der wissensintensiven Dienstleistungen an der Gesamtzahl der Arbeitsplätze stark steigt – dieser Trend werde sich nicht nur fortsetzen, sondern er werde an Dynamik gewinnen. Brandt zeigte empirisch einen engen Zusammenhang zwischen der Bevölkerungs- und der Beschäftigtenentwicklung auf. Von 2000 bis 2010 habe die Bevölkerungszahl im Landkreis Osterode am Harz jährlich um rund ein Prozent abgenommen – der Beschäftigungsrückgang lag sogar fast bei 1,5 Prozent. Nicht viel besser positionieren sich die angrenzenden Landkreise Goslar und Northeim. Der Landkreis Göttingen verbindet demgegenüber in den vergangenen zehn Jahren Konstanz in der Beschäftigtenzahl mit einem ganz geringen Rückgang bei der Bevölkerungsentwicklung. Insbesondere die Stadt Göttingen mit dem hohen Beschäftigungs- und Ausbildungsstand sei so gut aufgestellt, dass sie in der Lage sei, Impulse für die gesamte Regionalentwicklung zu bewirken.

Brandt forderte die Verantwortlichen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf, sich auch an den Zielen der neuen EU-Strukturförderperiode zu orientieren: „Es kommt auch darauf an, dass sich Südniedersachsen in den neuen EU-Förderlandschaft positioniert. Man muss gemeinsam auftreten und darf sich nicht auseinanderdividieren lassen.“

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