Illustrationsgrafik
Illustrationsgrafik
o Verband>>Wichtige Projekte>>Bildungsmonitoring

Bildungsmonitoring

Die Geschäftsstelle des Regionalverbandes Südniedersachsen hat das Jahr 2016 mit einer klaren Schwerpunktsetzung begonnen: Im Mittelpunkt der Tätigkeit steht die Bearbeitung des Projektes „Bildungsmonitoring/Bildungsbericht“. Die drei südniedersächsischen Landkreise und die Stadt Göttingen hatten den Regionalverband im Frühjahr 2015 mit der Bearbeitung beauftragt. Den wissenschaftlichen Teil der Bearbeitung hat „Zoom – Gesellschaft für prospektive Entwicklungen e.V.“ mit Sitz in Göttingen übernommen. Zielsetzung ist es, im Sommer 2016 nicht nur den ersten Teil eines klassischen Bildungsberichts abzuliefern, sondern Analysen vorzulegen, die nach Sozialräumen aufgeschlüsselt sind. Dabei soll es beispielsweise möglich sein, den Sprachförderbedarf von Mädchen und Jungen im Kindergartenalter differenziert nach Stadtteilen und Gemeinden darzustellen. Diese teilräumlichen Aussagen sind spätestens dann wichtig, wenn es um konkrete zusätzliche Maßnahmen zur Behebung von Defiziten geht.

Nach sorgfältiger Diskussion in ihren Fachgremien hatten sich die drei Kreistage der Region und der Rat der Stadt Göttingen bereits im Dezember 2014 grundsätzlich für die Erarbeitung eines regionalen Bildungsmonitorings ausgesprochen. Hier geht es um einen Daten und Indikatoren gestützten Beobachtungs- und Analyseprozesses des gesamten Bildungswesens. Er soll eine klar gegliederte, kompakt formulierte Analyse vorgelegt werden - die Publikation wird weder ein Hochglanzwerbeprospekt darstellen noch wird sie ein Übermaß unkommentierter Zahlen und Grafiken enthalten.

Während die Schulentwicklungsplanung institutionenorientiert erfolgt, arbeitet Bildungsmonitoring mit räumlichem Bezug. Bildungsmonitoring macht also Aussagen über die Qualität von Bildung. Es führt Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammen und generiert damit neue Informationen - ergänzende Erhebungen bleiben die absolute Ausnahme.

Da die Kulturhoheit bei den Ländern liegt, ist die klassische Aufgabe des Schulträgers zunächst die sachliche Ausstattung sowie in Teilen die Personalausstattung von Schulen. Qualität von Bildungseinrichtungen ist jedoch zunehmend ein zentraler Standortfaktor. Die Kommunen, die die Qualität von Bildung in den Fokus rücken und dies mit der Erarbeitung eines Bildungsmonitorings dokumentieren, verbessern im Wettbewerb um Fachkräfte und Bürger sowie um öffentliche und private Investitionen ihre Marktposition.

Das Kultusministerium hat im Jahr 2014 unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände ein Rahmenkonzept für Bildungsregionen erarbeitet. Auf dieser Basis unterzeichneten am 1. September 2015 die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und der Göttinger Landrat Bernhard Reiter, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, der Erste Kreisrat des Landkreises Osterode am Harz, Gero Geißlreiter sowie Fachbereichsleiter Jörg Richert (Landkreis Northeim) einen Kooperationsvertrag zur Weiterentwicklung der Bildungsregion Göttingen Darin wurde festgehalten, dass der Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitoring eine wichtige Grundlage für einen kontinuierlichen, überwiegend datengestützten Beobachtungs- und Analyseprozess des regionalen Bildungssystems darstellt.

Erfahrungen aus vergleichbaren Beobachtungsprozessen zeigen, dass es wichtig ist, gesellschaftliche Gruppen wie Kirchen, Umweltverbände und Sportvereine in den Prozess des Bildungsmonitoring einzubeziehen. Der Landkreis Osnabrück hat beispielsweise Familienzentren gegründet, um die Übergänge von der Familie zu Kita und Grundschule zu optimieren. Zu den Beispielen aus Bildungsberichten anderer Kommunen gehören: Einrichtung einer Fachschule für Sozialpädagogik, Einführung eines dualen Ausbildungsgangs für Erzieherinnen und Erzieher, frühkindliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund, Patenmodell zur Berufsorientierung von Jugendlichen an Haupt- und Realschulen sowie Qualifizierung und Professionalisierung von Fachkräften und Lehrern im Umgang mit dem Thema Inklusion.

In Niedersachsen erfolgt Bildungsmonitoring bisher auf der Ebene von kreisfreien Städten und Landkreisen. Das kreisgrenzen übergreifendes Vorgehen in Südniedersachsen dokumentiert die Verflechtungen, die es insbesondere zwischen Stadt und Landkreis Göttingen gibt. Zum anderen bietet ein gemeinsames Vorgehen innerhalb einer Region Synergieeffekte, die kostendämpfend wirken. Die Ergebnisse von Bildungsmonitoring bieten zudem die Möglichkeit, Zuschussanträge bei EU, Bund und Land fachlich fundiert zu begründen.

Bildungsmonitoring soll dazu beitragen, die vorhandenen Ressourcen (finanzieller und personeller Art) möglichst effizient einzusetzen. Dies kann dazu führen, dass Ressourcen umgesteuert und somit nachhaltiger eingesetzt werden können. Bei gegebenen Mitteleinsatz soll die Bildungsqualität einer Kommune verbessert werden.

Aktuelles:

Logo Bildungsregion GöttingenLogo Metropolregion